Vereinschronik Hellerhofer Sportverein e.V.

"Aller Anfang ist schwer"

Am 22.03.1982 fanden sich 22 Hellerhofer Bürgerinnen und Bürger zusammen, um unseren HSV ins Leben zu rufen und die Urfassung seiner - in seinen Grundfesten wenig veränderten - Satzung zu beschließen. Hans Spiecker wurde zum ersten 1. Vorsitzenden gewählt. Die Gründer hielten es für dringlich, dass der wachsende Stadtteil Hellerhof einen Sportverein bekommt und dass zugleich damit aus der Hellerhofer Bevölkerung ein Signal an Rat und Verwaltung der Stadt Düsseldorf gegeben wurde. Es gab nämlich damals wunderschöne Prospekte über Hellerhof, die den sportinteressierten Neubürgern geradezu ein sportliches Schlaraffenland in Gestalt einer Bezirkssportanlage versprachen. Hauptanliegen der Vereinsgründer war, allen Verantwortlichen deutlich zu machen, dass eben diese Neubürger Sportanlagen in Hellerhof nicht nur auf dem Papier sondern in der Realität wünschten. Erfolg gab es nur mit großer Verzögerung.

Im ersten Jahr seines Bestehens wurden die Eintragung im Vereinsregister und die Mitgliedschaften in diversen Sportverbänden herbeigeführt. In der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung 1983, in der bereits das 100. Mitglied begrüßt werden konnte, wurden die Vereinsfarben mit blau-gelb festgelegt. Kurz danach entstand das Vereinsemblem als Kombination aus dem Düsseldorfer Stadtwappen mit dem Hellerhofer Schmetterling. Die zur Versammlung 1983 eingeladenen Vertreter der Stadt erläuterten den Planungsstand für Sportflächen dahingehend, dass in Hellerhof-Südwest ein Fußballplatz mit seitlicher 100 m Laufbahn, ein Nebenplatz mit Sprunganlagen, ein Kleinspielfeld und südwestlich anschließend ein Gelände für 8 Tennisplätze vorgesehen seien - realisiert wurde all dies nicht.

Die sportlichen Aktivitäten des Vereins begannen mit einem Lauftreff und mit Frauengymnastik. Aus dem Lauftreff wurde 1986 die Abteilung Laufen & Jogging unter Leitung von Alfred Linnemann. Nach und nach kamen Tischtennis (wurde mangels Beteiligung bald wieder eingestellt), Kinderturnen, Mutter-und-Kind-Turnen, Männerturnen, Volleyball und Fußball hinzu. Alle Gruppen hatten und haben mit dem chronischen Problem nicht oder nur knapp vorhandener Hallenzeiten in den Sporthallen der benachbarten Stadtteile zu kämpfen. Da es in Hellerhof bis heute keine Sporthalle gibt, wird Hallensport auch in Zukunft an solche Grenzen stoßen.

Besonders misslich war die Situation für die Fußballer, die einen Platz oder wenigstens eine bespielbare Fläche brauchten. Da damals eine große Nachfrage nach Jugend-Fußball vorhanden war, versuchten wir es zunächst mit Notlösungen auf Bolzplätzen und nur bedingt benutzbaren Wiesen. Da das aber kein richtiges Fußballspiel und schon gar keine Wettkämpfe erlaubte, wurde für die Fußballjugend zunächst eine Gast-Trainings- und Spielmöglichkeit in Eller organisiert, später dann eine Trainings- und Spielgemeinschaft mit Urdenbach. Beides war nicht dauerhaft. Im Frühjahr 1989 kam die Ankündigung der Stadt, der vorgesehene Fußballplatz werde etwa August 1989 fertig sein. Es kam anders. Auf dieser Fläche stehen inzwischen Wohnhäuser.

 

"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen"

Anfang 1985 erklärte der Oberbürgermeister dem Vorstand, dass der Bau der geplanten Halle von der Errichtung einer Grundschule abhängig sei. Diese war damals frisch in der Planung. Es gab einen Hoffnungsschimmer auf mehr Hallenplätze. Das freute vor allem die Volleyballabteilung, die besonders hart mit anderswo nicht vorhandener Hallenkapazität zu kämpfen hatte. Auch diese Hoffnung wurde enttäuscht, was die Volleyballabteilung aber nicht daran hinderte, sich bis heute zu einer soliden und wettkampfstarken Abteilung des Vereins zu entwickeln.

Nicht nur vereinsintern, sondern auch und gerade in der Sportstättenfrage setzte dann die Gründung der Tennisabteilung im Jahre 1988 einen ersten Meilenstein in der Entwicklung unseres Vereins. Auslöser war die Verabschiedung eines Bebauungsplanes, nach dem das Gelände am südlichen Ende der Graf-von-Stauffenberg-Straße für Tennisnutzung festgelegt worden war. Die Stadt hatte die Fläche dem Verein zur Errichtung einer Tennisanlage überlassen. Die Abteilungsgründung brachte in mehreren Schüben starken Mitgliederzuwachs (von 287 Mitgliedern in 1987 auf 397 Mitglieder in 1990). Nach zügiger Planungs- und Vorbereitungsphase war im Dezember 1989 Grundsteinlegung an der Graf-von-Stauffenberg-Straße. Endlich kam die Errichtung einer ersten Sportstätte in Gang!

Aber es kam wieder anders. Der Traum von der Tennisanlage in Hellerhof-Südwest war schon nach knapp zwei Monaten ausgeträumt. Zwei Nachbarn wollten es so. Sie setzten sich in einem dann noch über drei Jahre geführten Rechtsstreit gegen den Verein durch, obwohl sie beim Bau ihrer Häuser wussten, dass auf dem Nachbargrundstück eine Tennisanlage geplant war.

Auch gegen die übrigen - städtischen - Sportanlagen regten sich Anwohnerbedenken. Es gab Alternativpläne für kombinierte Sport-Freizeit-Landschaften und ähnliches. Wie man heute weiß und damals schon voraussehen konnte, hat dies nichts anderes bewirkt, als dass sämtliche Pläne ganz schnell vom Tisch waren und keinerlei Sportstätten gebaut wurden. Nach fast 10 Jahren Kampf um vernünftige Sportstätten waren wir 1990/91 wieder beim Nullpunkt angekommen.

Nun war ein existenziell kritischer Punkt in der Geschichte unseres Vereins erreicht: Es durfte nicht passieren, dass man bei der Stadt unter die Akte "Sport in Hellerhof" mit dem Ausdruck des Bedauerns einen Schlussstrich zog. Anfang 1991 startete der Verein deshalb eine Unterschriftensammlung, bei der sich über 1000 Hellerhofer Bürgerinnen und Bürger für eine rasche Alternativplanung aussprachen. Diese Aktion und eine öffentliche Podiumsdiskussion im Juni 1991 blieben nicht ohne Wirkung. In Rat und Verwaltung der Stadt wurden alsbald die Weichen neu gestellt. Das Ergebnis war ein neuer Bebauungsplan, der in Hellerhof-Südost an der Eichsfelder Straße neue Sportstätten vorsah, wenn auch im Umfang etwas kleiner als früher. Der Plan wies einen Sportplatz, Flächen für bis zu sechs Tennisplätze, ein Vereinsheim und eine große Mehrzweckhalle aus. 1996 wurde das insgesamt 8.000 m² große Gelände dem Verein zur Nutzung überlassen. Ende 1996 bewegte sich dann auch wieder sportlich etwas im HSV, die Abteilung Laufen & Jogging wurde zur Abteilung Walking umgestaltet.

 

"Was lange währt, wird endlich gut"

Die Tennisabteilung des Vereins, die bis dahin in Berghausen auf einer Mietanlage gespielt hatte, zögerte nicht lange mit der Realisierung ihrer nun wieder möglichen Anlage. In der Saison 1998 konnte - endlich - auf den vier eigenen neu errichteten Tennisplätzen gespielt werden. Als "Vereinsheim" diente zunächst ein Container-Provisorium, das in den Jahren 1999/2000 durch eine ausgebaute Container-Kombination mit Vordach und Vorplatz ersetzt wurde. Der selbstlose Einsatz und die Eigenleistungen vieler Abteilungsmitglieder machte unser erstes richtiges Vereinsheim zu einem wahren Schmuckstück. Doch erneut gab es einen Rückschlag. Das Vereinsheim wurde im September 2000 Opfer von Brandstiftung, deren Verursacher nie ermittelt wurden. Wieder waren wir auf ein einfaches Container-Provisorium angewiesen.

Etwa zur gleichen Zeit kam von der Stadt Düsseldorf jenes Signal, das in unserer Vereinsgeschichte einen weiteren wichtigen Meilenstein setzte. Nach Planung der Stadt sollte auf der großen Fläche neben der Tennisanlage ein Rasenfußballplatz errichtet werden. Im Verein war man sich aber schnell einig, im Düsseldorfer Süden keinen weiteren Fußball anzubieten sondern Hockey. Diese Sportart war bis dahin nur im Düsseldorfer Norden vertreten. Zusammen mit dem Hockeyverband, der die Idee sofort unterstützte, ist es dann gelungen, das Sportamt davon zu überzeugen, dass anstelle eines Rasenplatzes für Fußball ein Kunstrasenplatz für Hockey gar nicht teurer zu errichten aber viel effektiver zu nutzen sei. Dann ging alles sehr schnell. Im Herbst 2001 erblickte die Hockeyabteilung das Licht der Welt. Der Kunstrasenplatz wurde gebaut und konnte bereits 2002 vom Oberbürgermeister eingeweiht werden. Die Hockeyabteilung selbst hat sich seitdem rasant entwickelt. Sie zählte Anfang 2007 bereits 115 Mitglieder, ganz überwiegend Jugendliche und Kinder, die sich in der kurzen Zeit auch schon beachtliche Wettkampferfolge erspielt haben.

Die Errichtung des Hockeyplatzes und die Entstehung der Hockeyabteilung haben zu einer großen Dynamik in der weiteren Entwicklung geführt. Die Tennisabteilung hatte ihre Anlage inzwischen auf sechs Plätze erweitert und im Herbst 2002 war es dann endlich soweit, dass die Mitgliederversammlung den Bau eines massiven und nun nicht mehr provisorischen Vereinsheimes beschließen konnte. Nach Grundsteinlegung im Januar 2003 ist das Vereinsheim im Laufe des Jahres errichtet worden. Der Innenausbau war im Winter 2003/04 im Wesentlichen wieder der Eigenleistung der Mitglieder zu danken. Insgesamt wurden 540.000,00 € verbaut (160.000,00 € öffentliche Zuschüsse, 130.000,00 € Eigenmittel, 200.000,00 € Fremdmittel, 20.000,00 € Eigenleistung und 30.000,00 € Mitgliederspenden). Im Mai 2004 fand die feierliche Einweihung des Vereinsheims statt. Es folgte die Gestaltung der Außenanlagen. Dazu gehörten an der Stelle des früheren provisorischen Vereinsheimes zwei Beachvolleyballfelder und vor der Terrasse des Vereinsheimes zwei Boule-Bahnen. Später kamen dann noch vier Fahnenmasten und die Pflanzung zahlreicher Bäume hinzu. Die letzte Ausbauaktion im Vereinsheim fand im Winter 2005/06 statt, bei der eine kleine Gruppe von Mitgliedern - wiederum in Eigenleistung - im großen Vereinsraum eine Thekenanlage errichtete, die allgemein sehr viel Anerkennung gefunden hat.

Damit waren die Bautätigkeiten immer noch nicht abgeschlossen. In der Nachbarschaft zum Hockeyplatz ist von der Stadt Düsseldorf noch ein umzäuntes Kleinspielfeld errichtet worden, das im September 2006 vom Oberbürgermeister eröffnet wurde. Damit präsentiert sich die Gesamtanlage heute als ein stattliches Ensemble, auf das alle Vereinsmitglieder sehr stolz sein können.

Neben den schon genannten Abteilungen fanden in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends weitere Sportarten ihren festen Platz in unserem Sportangebot. Es entstand eine Wander-Abteilung (2001) und Beachvolleyball war neben dem Hallensport zweites Standbein der Volleyballabteilung (seit 2004). Daneben wird auf den beiden Bahnen vor der Terrasse des Vereinsheims im Sommer auch eifrig Boule gespielt (seit 2005). Nicht zuletzt besetzte der HSV mit der Gründung der Abteilung Bogenschießen im Sommer 2006 erneut eine Nische und bot damit eine seinerzeit heiß begehrte Sportart an.

 

"Volle Kraft voraus"

Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte unser Verein im Jahre 2007. Die Mitgliederversammlung verabschiedete erstmals eine Ehrenordnung und ernannte unseren langjährigen 1. Vorsitzenden Hans Spiecker zum ersten und für lange Zeit wohl einzigen Ehrenvorsitzenden des Hellerhofer Sportvereins. Wir begrüßten voller Stolz unser 500. Mitglied. Gekrönt wurde dieses ereignisreiche Jahr im Sommer durch die mehrtägigen Feierlichkeiten anlässlich des 25. Jahrestages der Vereinsgründung.

Auch in den nachfolgenden Jahren stellte der Verein sein Sportangebot immer wieder auf den Prüfstand und beschritt mitunter völlig neue Wege, sein attraktives Sportangebot auszubauen. So wurden Ende 2008 die Abteilungen Walking, Wandern und Boule zu einer Abteilung Outdoor fusioniert. Im Frühjahr 2009 wurde erstmals ein Vierbeiner symbolisch Mitglied in unserem Verein, als die Abteilung Happy Feet mit seinen Sportangeboten für Hund und Herrchen/Frauchen aus der Taufe gehoben wurde. Dies erwies sich als großer Glücksfall, ist seit dem heiß begehrt und ein Wachstumsmotor bei uns im Verein. Nicht zuletzt kam es Mitte 2010 zur Neugründung der Tischtennisabteilung, ausgelöst durch den Mitgliederandrang aus einem benachbarten Sportverein.

Das Jahr 2010 war für den HSV ein Jahr des großen Umbruchs. Der demografische Wandel war auch bei uns unaufhaltsam. Aus allen Vereinsgremien verabschiedeten sich Gründungsväter und "alte Hasen" und begaben sich in den verdienten sportlichen Ruhestand. Die jüngere Generation drängte bereits nach vorn und übernahm nun endgültig das Ruder. Der nunmehr 20. Neuling wurde in den Vorstand des Vereins gewählt. Schlussendlich führte unsere Abteilung Outdoor gegen Ende des Jahres ihre 100. Wanderung durch - ein wahrlich stolzes Jubiläum.

Im Rahmen der diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung verließ mit Wolfgang Paniczek nun auch das letzte HSV-Urgestein den Vereinsvorstand. Die Mitglieder ernannten ihn und unseren hoch verdienten ehemaligen 1. Vorsitzenden Karl Bock zu Ehrenbeisitzern, so dass sie gemeinsam mit unserem Ehrenvorsitzenden Hans Spiecker den Ehrenvorstand des HSV repräsentieren.

So sehr der Verein in den ersten Jahren seiner Geschichte mit Hindernissen, Schwierigkeiten und Rückschlägen zu kämpfen hatte, so sehr kann und muss die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit als ausgesprochene Erfolgsgeschichte gesehen werden, in denen sich der Verein mit seinen zeitweise über 600 Mitgliedern nicht nur sportlich etablieren konnte, sondern auch eine Heimat mit Sportanlage und Vereinsheim gefunden hat. Mit diesem Fazit freuen wir uns gemeinsam auf das nächste große Jubiläum, den 30. Geburtstag unseres Vereins im Jahr 2012.

Auf diesem erreichten Stand werden sich der Verein und sein Vorstand aber nicht ausruhen. Vielmehr gilt es, weitere ehrgeizige Projekte voranzutreiben und ein attraktives Sportangebot zu erhalten und auszubauen. Die Chronisten wünschen allen Beteiligten eine glückliche Hand und Erfolg bei der Realisierung ihrer Vorhaben.

 

Düsseldorf, den 01.07.2011

Arnim Ern & Heiko Anke